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Katalog ›Symbiose‹ Lars Teichmann | Lachenmann Art

Katalog ›Symbiose‹ Lars Teichmann | Lachenmann Art

Katalog ›Symbiose‹ Lars Teichmann | Lachenmann Art

Jahr: 2016

Dimensions: 24 cm x 17 cm x

Seiten: 88

€14,01 EUR net price

Normaler Preis €15,00
Normaler Preis Verkaufspreis €15,00
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Katalog zur Einzelausstellung des Künstlers Lars Teichmann ›Symbiose‹, die von 30. September 2016 bis 14. Mai 2017 in der Galerie Lachenmann Art in Konstanz stattfand. Texte von Juliane Lachenmann, Christina Wigger und Anita A. Gödiker.

›Symbiose‹ von Zürich und Konstanz

Die parallel stattfindenden Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz boten Interessierten die einmalige Gelegenheit, beide Bereiche im Abstand von nur einer Stunde gleichzeitig zu besuchen: Die Galerie Lachenmann Art zeigte in ihren Räumlichkeiten am Bodensee Werke des Berliner Künstlers Lars Teichmann in der Einzelausstellung "Symbiose", während parallel dazu ein zweiter Ausstellungsteil in den historischen Räumen des Satellite Office Business & Conference Center an der Bahnhofstraße in Zürich lief. 

Betritt man das Atelier von Lars Teichmann, an dessen Wänden großformatige Arbeiten aus der Classics-Serie hängen, fühlt man sich in einen Traum versetzt, der einem Bilder vor das geistige Auge führt, die aus einer längst vergangenen Zeit sind. Gehen wir gedanklich zurück in das 17. Jahrhundert, zu einem spanischen Maler des Barock, zu Diego Rodríguez de Silva y Velázquez, der als Porträtmaler am Hofe des spanischen Königs Philipp IV tätig war. Als einer der Wichtigsten seiner Zeit war er mit der Anfertigung von Portraits Angehöriger des spanischen Hofes betraut, entsprechend ihres Ranges, ihres Dienstgrades und ihrer Stellung wurden der König, die königliche Familie und Minister ins Bild gesetzt. Unzählige Betrachter kennen die herrschaftlichen Portraits, die artifiziellen Zeugnisse von Macht, Amt und Würde, die “Klassiker”.

Mit “Classics” unternimmt Lars Teichmann den erfolgreichen Versuch, die figurative Malerei und die gegenwärtigen Rezeptionsgewohnheiten zu hinterfragen. Mit respektvoller Geste löst er die Formen auf, die Repräsentanten des Hofstaates werden der Last ihrer Herrschaftssymbole entledigt und befreit.  Bildkonstruktion und entfesselte Expressivität ergeben ein spannungsreiches Gleichgewicht, innerhalb dessen der Künstler mit explosiver Dramatik Physiognomien eliminiert, wertvolle Brokatstoffe mit der Farbe förmlich zerreißt und die Gestalten aufbricht, die Protagonisten entblößt. Die hochgestellten Persönlichkeiten von damals werden durch Lars Teichmanns Transformation ihrer Bildnisse als kollektives Erinnerungsbild dargestellt: seine “Classics”-Serie ist eine Neuinterpretation der großen klassischen Themen der Portraitmalerei und verleiht ihr eine neue, Jahrhunderte übergreifende Sichtweise von Ästhetik und Schönheit.

Dieser Neuausrichtung hat sich Lars Teichmann verschrieben. Er verzichtet auf alles Überflüssige und Anektdotische, lässt es hinter dem dunklen Schleier der Jahrhunderte zurück und hebt durch diesen Kunstgriff die Figur in ihrer tiefen Ausdruckskraft in neue Höhen. Zugleich lässt er dem Rezipienten Raum für geistige sowie gedankliche Freiheit und eigene Interpretation und lässt sich ihn omnipräsent in seinen Werken wiederfinden.

Nicht zuletzt erzeugt der Künstler diesen Effekt durch die Ent-Individualisierung der Figuren, anstelle von geschönten Häuptern und klaren Gesichtszügen blickt der Betrachter in die hell-gleißende Unendlichkeit der immer fortwährenden, allgemein gültigen menschlichen Themen. Hochmut, Hass, Stand, Stolz und Macht verbünden sich mit Liebe, Ehre, Demut und Glaube; Zeit und Vergänglichkeit werden eins.

Helle Farbnebel, wie Blitze der Vergangenheit wirkend, welche uns ein Goldenes Zeitalter der Malerei ins Gedächtnis rufen, lassen die Figuren in all ihrer Schönheit und Präsenz geläutert erscheinen, und wir erahnen, dass sie auf ihrer Reise durch Zeit und Raum allen überflüssigen Tand hinter sich lassen konnten. Die Konturen leuchten, das dem Betrachter entgegen scheinende Hintergrundlicht umgibt die Figuren mit einem Nimbus, der sich neben den perlenden Lichtblitzen vornehm zurückhält.

Der Betrachter sieht sich einer klaren, reinen Figur gegenüber, die alles beinhaltet, was er selber in sich trägt.

Lars Teichmanns Werke führen uns wieder einmal vor Augen, wie die menschliche Vergänglichkeit ihre Wahrheiten unabänderlich zum Ausdruck bringt.

 

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