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Katalog ›Süchtig. Von Obsession, Fetisch und Heiligtümern‹ | Lachenmann Art

Katalog ›Süchtig. Von Obsession, Fetisch und Heiligtümern‹ | Lachenmann Art

Katalog ›Süchtig. Von Obsession, Fetisch und Heiligtümern‹ | Lachenmann Art

Jahr: 2017

Dimensions: 30 cm x 21 cm x

Seiten: 16

€5,61 EUR net price

Normaler Preis €6,00
Normaler Preis Verkaufspreis €6,00
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Katalog zur Gruppenausstellung ›Süchtig. Von Obsession, Fetisch und Heiligtümern‹, die von 10. November bis 29. Dezember 2017 in der Galerie Lachenmann Art in Konstanz  stattfand. Texte von Juliane Lachenmann, Theresa Brauer und Christina Wigger.

Mit ausgesuchten Arbeiten von Werner Branz, René Groebli, Urška Košir, Christoph Neumann und André Wagner.

2017 präsentierte die Galerie Lachenmann Art in Konstanz zum ersten Mal seit ihrer Gründung eine Ausstellung, die sich ausschließlich dem Medium Fotografie widmete. Unter dem Titel "Süchtig. Von Obsession, Fetisch und Heiligtümern" sind den Fotografen keine Grenzen gesetzt, dieses Thema zu interpretieren und es durch individuelle Assoziationen zu ihrem eigenen zu machen.

"Im Zeitalter von Internet, Massenkonsum und Schnelllebigkeit werden Begriffen wie "Obsession", "Fetisch" oder auch "Zufluchtsort" ganz neue und differenzierte Bedeutungen zugeschrieben. Wie bei der Frage, was Sucht eigentlich ist, gibt es wohl auch für diese Schlagworte keine allgemeingültige Definition mehr. Bestimmte Gegenstände haben für jeden von uns einen anderen Wert. Bilder, Orte, Namen, Farben - jeder fühlt sich von anderen Dingen berührt, bewegt oder beeinflusst.

Was ist Sucht? Wonach kann man süchtig sein? Bedeutet eine Sucht immer zwangsläufig Gefahr und ist negativ konnotiert?
Sucht wird meist in einem pathologischen Kontext verstanden. Neben der Nikotin-, Rauschmittel-, Arbeits- und Sexsucht gibt es aber auch die Sucht nach Gier, Wut und Eifersucht sowie die Sucht nach Harmonie. Diese Begriffe bedeuten, dass die Sucht zu unserem Alltag gehört. Sucht muss aber nicht unbedingt die Zerstörung des Subjekts bedeuten, denn sie hat viele verschiedene Gesichter, in denen sie sich bemerkbar macht.

Die Obsession wird im psychologischen Kontext als eine zwanghafte Vorstellung oder Idee beschrieben, die das Handeln eines Menschen grundlegend beeinflussen kann, eine Zwangshandlung, die primär mit Furcht in Verbindung steht. Umgangssprachlich beschreibt eine Obsession meist die sehr starke emotionale Begeisterung für ein bestimmtes Thema oder Hobby, ebenso wie die Freude an einer gewissen Arbeit oder Aktion.

Ähnlich lässt sich der Fetisch definieren: etymologisch bedeutet er „ein Zaubermittel“; der Definition nach handelt es sich um einen Gegenstand, der von Geistern oder Mächten bewohnt ist und der damit über magische Kräfte verfügt. Heutzutage assoziiert man in erster Linie die sexuelle Konnotation des Begriffs, so können Gegenstände zum Fetisch erhoben werden und als Stimulus dienen, während der Fetischismus in diesem Kontext eine Devianz beschreibt. Im religiösen Zusammenhang erfährt der Fetischismus meistens negative Assoziationen. Aber warum ist die ursprüngliche Definition, nämlich, dass es sich bei einem Fetisch um einen Gegenstand handelt, der durch Anbetung eine gewisse magische Bedeutung erhält, in den Hintergrund gerückt?

Tempel, Altäre, heilige Stätten oder Pilgerorte, heilige Gegenstände, Reliquien und Sanktuarien, die verehrt werden, sind seit jeher zentrale Bestandteile aller Kulturen und reichen zurück bis ins Römische Reich oder das alte Griechenland, womöglich noch weiter. Besonders im religiösen Kontext werden bestimmte Landschaftsformationen als Kultstätte geheiligt. Zusammenzufassen sind diese Phänomene schlicht unter einem Wort: Heiligtümer.

Leidenschaft, Passion und Vorliebe sind eng mit unseren Schlagworten Sucht, Obsession, Heiligtum und Fetisch verknüpft und unterstreichen sowohl deren positive Aspekte als auch ihre Wurzeln. Die Kunst als solche kann selbst zur Obsession werden, als ein Heiligtum gelten oder sogar zum Fetisch des jeweiligen Künstlers werden. Andererseits können Fetischobjekte eine Wertverschiebung bedeuten, wie es etwa mit dem „objet trouvé“ durch Marcel Duchamp geschah, und sind längst Bestandteile unserer heutigen Kulturlandschaft.

Die Ausstellung „Süchtig“ möchte neue Einblicke in den facettenreichen Themenkomplex bieten, bei dem zusätzlich ein spannungsgeladenes Zusammenspiel der unterschiedlichen Fotografen entsteht, welche jeder auf seine Weise anders mit den Themen Obsession, Fetisch und Heiligtümern umgeht."

Gezeigt waren Arbeiten von fünf Photographen aus vier Ländern: Christoph Neumann (D), Werner Branz (AT), René Groebli (CH), Urška Košir (SLO) und André Wagner (D).

 

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